HALT ist ein menschliches Grundbedürfnis !

Ebenso verlangt der Mensch nach Bindung, Autonomie und Sicherheit, Lustbefriedigung, und nach Annerkennung und Geliebt-Werden.
Halt impliziert Geborgenheit und Schutz, und Schutz versuchen unsere verletzten, kindlichen Anteile herzustellen, wodurch unsere zahlreichen Schutzmechanismen (psychisches Abwehrsystem) entstehen, die uns dann schlussendlich mehr von uns selbst (Intrapersonelle Isolation) und anderen (Interpersonelle Isolation) trennen als verbinden.
Wenn Sie die Sehnsucht nach Halt erinnern, ist dies ein erster Schritt zurück in Ihre Verbindung. Und wenn Sie dies Bedürfnis ernst nehmen und professionellen Halt (Bonding) und Nachnähren aufsuchen, kann Sie dies zurückführen zu Ihrer ureigenen Stabilität und Mitte, die Ihnen dann wieder Halt gibt.
Halt gibt uns die Möglichkeit zu entspannen.
Ein entspannter Geist, kann konzentriert, erfolgreich und freudig in der Welt agieren.
Halt gibt uns die Möglichkeit Gefühle zu verstehen und zu zulasse.
Ein entspannter Körper, kann sich weich und einfühlsam in der Welt bewegen.
Halt können wir in uns selber finden, indem wir uns in unserem Körper verankern und lernen zu entspannen.
Es kann passieren, dass durch Lebensumbrüche, Trennung und Abschied, zusätzlich zu den Alltagsproblemen plötzlich tiefe, ältere, frühkindliche (traumatische) Verletzungen auftauchen. Für diese frühkindlichen Verletzungen kann es durch „verspäteten elterlichen Halt“ (Nachbeelterung) in einer vertrauensvollen zwischenmenschlichen Atmosphäre zu einer Heilung kommen.
Vielleicht erfahren Sie das erste Mal, was es bedeutet gehalten zu sein und machen sich selber auf den Weg sich selber langfristig Halt geben zu können. Vielleicht bedeutet es auch einfach Trost und Unterstützung aufzusuchen um wieder in die vorübergehend verlorengegangene eigene Mitte zurück zu kehren. In dem Fall ist es, wie wenn ein kindlicher Anteil von Außen gehalten wird, bis er das Gefühl hat „ich bin reif, ich bin gereift genug und lasse es zu, dass ich mich jetzt selber erwachsen halte!“
Das Konzept der Nachnährung / „Nachbeelterung“ (Reparenting) ist ein Konzept der Integrativen Therapie von Hilarion Petzold. Er beschreibt diesen Prozess als zweiten Weg der Heilung.

Nachnährend gehalten zu werden, gibt die Erfahrung von Verstanden- Gehalten- und Genährtwerden. Es fördert tiefes Auftanken, Loslassen, Zuversicht und Selbstliebe.

Ebenso ist es auch tief nährend einen anderen Menschen zu halten. Scheuen Sie sich nicht, es zu geben.

 


SITZUNGSABLAUF:

Eine Sitzung der „Nachbeelterung“ dauert 60 Min.
Auf einer Bodenmatte hält der Therapeut den Klienten (bekleidet), in bequemer Haltung, wie ein Kind umhüllend im Arm. Während der Sitzung begleitet der Therapeut alle emotionalen Prozesse, die in dem Klienten ausgelöst werden, die im anschließenden Nachgespräch auch besprochen werden.
Ist der Klient unsicher, was er braucht, wird je nach Wunsch des Klienten im Vorgespräch herausgefunden und formuliert wie viel Halt und Körperkontakt entstehen soll.